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Branche23. September 202610 Min.

Carpigiani oder Spaceman: Welche Maschine zu welchem Betrieb passt

Anschaffungspreis, Reinigungsintervall, Servicenetz und Wiederverkaufswert im direkten Vergleich. Mit den Stellen, an denen jede der beiden Marken vorn liegt.

Florian Werner

Florian Werner

Kühler Kopf mit großer Leidenschaft fürs Eis

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Carpigiani oder Spaceman: Welche Maschine zu welchem Betrieb passt

Wer eine Softeismaschine für die Theke sucht, landet früher oder später bei diesen beiden Namen. Carpigiani steht für italienische Eistechnik seit 1946, Spaceman für ein breites Programm mit offenen Preisen und Technik, die auf Dauerbetrieb an der Theke ausgelegt ist. Beide bauen Geräte, mit denen du gutes Softeis verkaufst. Unterschiedlich ist fast alles andere: der Anschaffungspreis, der Reinigungsaufwand, das Servicenetz und die Frage, was die Maschine in fünf Jahren noch wert ist.

Zwei Häuser, die denselben Bedarf bedienen

Carpigiani sitzt in Anzola dell'Emilia bei Bologna, gegründet 1946 von den Brüdern Bruto und Poerio Carlo Carpigiani, produziert wird zusätzlich in Forlì, im spanischen Gandia und im chinesischen Zhongshan. Seit 1989 gehört das Haus zur Ali Group in Mailand, einem der größten Konzerne für Küchen- und Lebensmitteltechnik. Die Zahlen dahinter sind entsprechend: rund 220 Vertragshändler, Vertretungen in über hundert Ländern, über 500 Servicezentren und Maschinen in mehr als 200.000 Eisdielen, Konditoreien, Cafés und Restaurants.

Spaceman baut seit den Neunzigerjahren Gefriertechnik. Gefertigt wird in Daixi bei Huzhou in der Provinz Zhejiang auf 26.670 Quadratmetern, der Hauptsitz liegt in Shanghai, die amerikanische Gesellschaft in Loveland, Colorado. Das Haus ist ein Volumenhersteller und tritt auch so auf: ein breites Programm vom Tischgerät bis zum Standgerät, alles auf Dauerbetrieb an der Theke ausgelegt, ohne den Anspruch, daneben die Welt des handwerklichen Gelato mitzubedienen.

Ein Unterschied fällt schon vor dem ersten Gespräch auf. Bei Spaceman steht der Preis im Shop, mit Modellbezeichnung und Datenblatt daneben. Bei Carpigiani bekommst du ihn über den Vertragshändler. Für den Vergleich zweier Angebote ist das ein spürbarer Unterschied, und für die eigene Kalkulation auch.

Wie belastbar diese Geräte im Dauerbetrieb sind, zeigt die Kundschaft. Spaceman ist offizieller Lieferant von McDonald's und KFC in China, bei beiden Ketten mit über 1.000 Maschinen im Einsatz. Was diese Referenz belegt, belegt sie über die Maschine: bestandene Hygiene- und Qualitätsprüfungen und Ersatzteile, die über Jahre verfügbar bleiben.

Eine breit aufgestellte Traditionsmarke trifft also auf einen fokussierten Volumenhersteller. Der Bedarf ist derselbe, alles Weitere entscheidet sich an den Kriterien, die du beim Kauf ohnehin durchgehst.

Was die Geräte kosten

Offene Preise sind in diesem Markt die Ausnahme. Carpigiani veröffentlicht keine Neupreise, die bekommst du über den Vertragshändler. Ein deutscher Fachhändler führt die 191 Steel mit Pumpe für 13.054,90 Euro netto und mit Pasteurisierung für 14.978,65 Euro netto. Im Refurbished-Katalog des Herstellers steht eine werksüberholte 191 Classic SP P mit 11.000 Euro.

Dem steht ein pasteurisierendes Tischgerät aus unserem Programm mit 8.999 Euro netto gegenüber. Zwischen den beiden Geräten mit einer Sorte, Pumpe und Pasteurisierung liegen damit knapp 6.000 Euro. Verglichen werden dabei ausschließlich Kaufpreise. Die Portionsleistung messen die Hersteller auf unterschiedlichen Grundlagen, sie lässt sich also nicht gegenrechnen.

Ein zweiter Punkt gehört daneben, sonst wird das Bild schief: Für Carpigiani gibt es einen lebendigen Gebrauchtmarkt, der den Neupreis relativiert. Wer gebraucht kaufen will und den Zustand beurteilen kann, findet dort Angebote unterhalb eines neuen Spaceman-Tischgeräts. Was das im Einzelnen kostet und was du dabei mitkaufst, steht weiter unten im Abschnitt zum Wiederverkaufswert.

Pumpe oder Schwerkraft: Der Unterschied landet im Becher

Bei der Bauweise liegt der wichtigste technische Unterschied. Eine Schwerkraftmaschine lässt den Mix aus dem Behälter in den Zylinder laufen. Eine Pumpenmaschine drückt ihn hinein und schlägt dabei Luft unter. Bei Schwerkraft liegt der Luftaufschlag bauartbedingt etwa zwischen dreißig und fünfunddreißig Prozent, bei Pumpenmaschinen ist er in einem Bereich von rund zehn bis achtzig Prozent einstellbar.

Für dich heißt das zweierlei. Mehr Luftaufschlag bedeutet mehr Volumen aus derselben Menge Mix, also mehr Portionen pro Kanister. Weniger Luftaufschlag bedeutet dichteres Eis mit kräftigerem Geschmackseindruck. Schwerkraftgeräte liefern das dichtere Produkt, haben weniger Bauteile und kosten weniger. Pumpenmaschinen haben dafür mehr Teile, die bei jeder Zerlegungsreinigung, also spätestens alle 72 Stunden, auseinandergenommen und desinfiziert werden wollen.

Carpigiani baut in der 191er Reihe beides: Schwerkraft mit 18-Liter-Tank oder Pumpe mit 12-Liter-Tank, im selben Grundmodell. Wer bewusst ein Schwerkraftgerät sucht, weil er das dichtere Eis will, findet das dort und bei uns nicht.

Die Modelle, die wir bei Cooltura führen, arbeiten durchgehend mit Pumpe, und damit ist der Luftaufschlag eine Stellschraube statt einer Bauartentscheidung. Du fährst ihn niedrig für dichtes, dunkles Produkt, etwa bei Açaí oder Frozen Yoghurt, oder hoch für mehr Portionen aus demselben Kanister. Bei einem Schwerkraftgerät legst du dich beim Kauf fest.

Pasteurisierung: Der Punkt ist das Reinigungsintervall

Automatische Pasteurisierung heißt, dass die Maschine den Mix im Zylinder selbst erhitzt und die Temperatur hält. Im Alltag zählt vor allem die Folge daraus: Die Komplettzerlegung im 72-Stunden-Rhythmus entfällt.

Hier liegt Carpigiani vorn. Für die selbstpasteurisierenden SP-Modelle erlaubt die Wärmebehandlung Reinigungsintervalle von bis zu 42 Tagen. Die pasteurisierenden Spaceman-Ausführungen für Europa arbeiten mit einem Zyklus von 21 Tagen. Wenn du eine Zerlegung mit zwei Arbeitsstunden ansetzt, ist das über eine Saison ein messbarer Unterschied in der Personalzeit, und er geht zugunsten der italienischen Maschine aus. Beide Zahlen sind das, was der Hersteller erlaubt. Was du tatsächlich fährst, legt dein eigenes Hygienekonzept fest.

Beim Preis für diese Funktion liegt Spaceman ebenso deutlich vorn. Ein pasteurisierendes Tischgerät kostet bei uns 8.999 Euro, das vergleichbare Carpigiani-Gerät steht beim Fachhändler mit 14.978,65 Euro. Das sind vierzig Prozent Unterschied für dieselbe Funktion, und dieser Betrag ist am Tag des Kaufs fällig, während sich die gesparten Reinigungsstunden über Jahre verteilen.

KriteriumCarpigianiSpaceman
Neupreis Tischgerät mit Pasteurisierung14.978,65 EUR netto beim Fachhändler8.999 EUR netto
Preise öffentlich einsehbarnein, nur über den Vertragshändlerja, im Shop mit Preis
Luftaufschlagbauartabhängig, bei Schwerkraft festeinstellbar, rund 10 bis 80 Prozent
Bauweise191 wahlweise Schwerkraft (18 L Tank) oder Pumpe (12 L Tank)im deutschen Programm durchgehend Pumpe
Reinigungsintervall mit Pasteurisierungbis zu 42 Tage21 Tage
KonsistenzsteuerungHard-O-Tronic, regelt über die gemessene ViskositätOverrun in Stufen einstellbar
Servicenetzüber 500 Servicezentren weltweit, rund 220 Vertragshändlerzertifizierte Servicepartner, dazu jeder freie Kältetechniker
Ersatzteileüber Vertragshändler und werkseigenen technischen Serviceab Lager bei uns im Shop
Ersatzteilgarantie beim Händlerüber den Vertragshändler24 Monate
Werksseitiges GebrauchtprogrammRefurbished-Katalog mit Preisen und einem Jahr Garantiekeins
Gebrauchtangebote in Deutschlandmehrere Spezialhändler, 6.500 bis 10.860 EUR netto für die 191Einzelfälle

Was an Verschleißteilen und Arbeitszeit dazukommt

Der Kaufpreis ist der sichtbare Teil der Rechnung. Der unsichtbare besteht aus Klingen, Dichtungen und Arbeitszeit. Bei einer Pumpenmaschine gehören Abstreiferklingen mindestens alle drei Monate dazu, Antriebswellendichtungen und O-Ringe des Zapfventils alle ein bis drei Monate, dazu bei jeder Zerlegungsreinigung frisches lebensmittelechtes Fett auf den Dichtungen. Das gilt für die Geräte beider Hersteller, sobald eine Pumpe im Spiel ist. Es ist aber ein Posten, den du einplanen solltest, statt ihn im ersten Betriebsjahr zu entdecken.

Service und Ersatzteile in Deutschland

Carpigiani unterhält weltweit über 500 Servicezentren, in Deutschland arbeiten eingeführte Vertragshändler mit der Marke, Briewig Kälte etwa seit 1995, dazu Frisani in Schleswig und das Eistechnikcenter in Luckenwalde. Das ist ein eingespieltes Netz, und du bleibst zugleich daran gebunden: Teile und Service laufen über den Vertragsweg.

Bei Spaceman läuft es über den Händler, und das sind in deinem Fall wir. Ersatzteile und Verschleißteile kommen vom Hersteller und liegen bei uns am Lager, nachbestellen kannst du sie jederzeit im Shop, vom Tuneup-Kit bis zum einzelnen Abschaber. Garantie und Gewährleistung laufen über unsere zertifizierten Servicepartner, technischer Support über Telefon und Mail. Die Ersatzteilgarantie liegt bei 24 Monaten und damit doppelt so hoch wie die einjährige Werksgarantie.

Wiederverkaufswert: Was die Maschine in fünf Jahren noch bringt

Hier lässt sich am ehesten rechnen. Einem Neupreis von rund 13.000 bis 15.000 Euro netto für die 191er Reihe stehen Gebrauchtangebote gegenüber: eine 191 P/SP bei einem deutschen Spezialhändler für 6.900 Euro, eine 191 P mit einem Jahr Gewährleistung bei einem anderen für 10.860 Euro, eine werkstattüberholte 191 psp von 2018 auf einer Gebrauchtplattform für 6.500 Euro. Im Refurbished-Katalog des Herstellers liegen 191er zwischen 9.500 und 11.000 Euro. Das ergibt eine Größenordnung von grob fünfzig bis fünfundachtzig Prozent des Neupreises, je nach Überholungstiefe und Garantie.

Verstärkt wird das dadurch, dass Carpigiani den Gebrauchtmarkt selbst bespielt. Jede Maschine im Refurbished-Programm wird mit Originalteilen instandgesetzt, muss dieselben Funktionstests bestehen wie eine neue und kommt mit einem Jahr Garantie. Das ist eine öffentlich einsehbare Preisreferenz, an der sich der ganze Markt orientiert, und sie stützt den Wert deines Geräts auch dann, wenn du privat verkaufst.

Für Spaceman gibt es in Deutschland keinen vergleichbaren Gebrauchtmarkt. Beim Wiederverkauf triffst du auf Einzelfälle statt auf einen eingespielten Markt mit Vergleichspreisen. Wer den Wiederverkauf fest einkalkuliert, sollte das in die Rechnung aufnehmen.

Gegen diesen Punkt steht allerdings die andere Seite derselben Rechnung. Die knapp 6.000 Euro Preisunterschied beim pasteurisierenden Tischgerät sind am Tag des Kaufs sicher. Der Restwert ist eine Schätzung auf fünf oder zehn Jahre, und er hängt am Zustand des Geräts, an der Nachfrage zu diesem Zeitpunkt und daran, ob du überhaupt verkaufst. Die meisten Maschinen laufen, bis sie wirtschaftlich nicht mehr zu halten sind. Wer knapp kalkuliert, sollte das Geld lieber jetzt im Betrieb haben.

Was in jedes Angebot gehört

Unabhängig von der Marke gibt es vier Punkte, die du dir schriftlich geben lassen solltest. Der erste ist das Kältemittel. R-404A darf in Europa für neue gewerbliche Kälteanwendungen nicht mehr eingesetzt werden, seit 2020 ist beim Service nur noch aufgearbeitetes Material zulässig, und der Nachfolger R-448A ist ebenfalls ein F-Gas mit Treibhauspotenzial. Lass dir die Angabe für das konkrete Gerät bestätigen. Ab einer bestimmten Füllmenge kommt die jährliche Dichtheitsprüfung dazu, auch das ist ein laufender Posten.

Der zweite Punkt ist der Umfang der Gewährleistung: Teile allein oder Teile und Arbeitszeit, wie lange auf den Kompressor, und welche Wartung du dafür nachweisen musst. Die Werksgarantie von Spaceman liegt bei einem Jahr, unsere Ersatzteilgarantie bei 24 Monaten. Die Kompressorgarantie setzt eine jährlich durchgeführte und dokumentierte Verflüssigerreinigung voraus. Der dritte Punkt ist der Störungsfall - was passiert, wenn du tatsächlich einmal ein technisches Problem mit deiner Maschine hast? Der vierte sind die Preise der Verschleißteile für ein Betriebsjahr, also Abstreifer und Dichtungen. Diese vier Angaben bekommst du mit einem Telefonat, und sie bewegen über die Laufzeit oft mehr Geld als der Rabatt auf den Kaufpreis.

Für wen sich welche Marke rechnet

Wenn du neu kaufst, ist Spaceman in den meisten Fällen die nüchternere Rechnung. 8.999 gegen 14.978,65 Euro für ein pasteurisierendes Tischgerät sind knapp 6.000 Euro, die am Kauftag in deinem Betrieb bleiben. In einem jungen Betrieb entscheidet dieser Betrag oft darüber, ob die Maschine überhaupt kommt.

Drei weitere Punkte sprechen dafür. Im Störungsfall bist du nicht auf einen einzigen Weg angewiesen: Teile bekommst du bei uns ab Lager, und im Prinzip kann jeder Kältetechniker an der Maschine arbeiten. Der Luftaufschlag ist einstellbar, weil alle Modelle mit Pumpe laufen, du holst also mehr Portionen aus demselben Kanister oder ein dichteres Produkt, je nach Konzept. Und für hohe Auslastung sind diese Baureihen gebaut, das belegt die Kundschaft in der Systemgastronomie.

Der häufigste Einwand dagegen ist das Reinigungsintervall, und der lässt sich ausrechnen. 21 statt 42 Tage bedeuten bei 300 Betriebstagen rund sieben zusätzliche Zerlegungen im Jahr. Mit zwei Arbeitsstunden und zwanzig Euro Stundensatz sind das etwa 280 Euro jährlich, über fünf Jahre rund 1.400 Euro. Ein echter Posten, den du einplanen solltest. Er liegt aber deutlich unter den knapp 6.000 Euro Preisunterschied, und er verteilt sich über Jahre, während der Kaufpreis sofort fällig ist.

Carpigiani lohnt sich dort, wo diese Rechnung nicht greift. Wenn der Restwert fest in deiner Kalkulation steht, weil du in zehn Jahren umbauen oder aufhören könntest, spricht der Gebrauchtmarkt für die Marke. Und wenn du ohnehin handwerkliches Eis herstellst, bekommst du Batch Freezer, Pasteurisierer und Softeisgerät aus einem Haus.

Ausfallquoten und mittlere Standzeiten veröffentlicht keiner der beiden Hersteller. Wer dir dazu eine Zahl nennt, sollte sagen können, woher sie kommt.

Alle Preise verstehen sich netto und geben den Stand vom 27. August 2026 wieder. Die genannten Carpigiani-Preise stammen aus dem öffentlich einsehbaren Angebot eines deutschen Fachhändlers und aus dem Refurbished-Katalog des Herstellers und können sich jederzeit ändern.

Florian Werner

Über den Autor

Florian Werner

Kühler Kopf mit großer Leidenschaft fürs Eis

Geschäftsführer von Cooltura und leidenschaftlicher Blogger vom Kopf bis zur Waffelspitze.

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