Wer zum ersten Mal nach einer Softeismaschine sucht, hat nach einer halben Stunde zwanzig Herstellernamen auf dem Zettel. Die meisten davon scheiden für einen normalen Gastronomiebetrieb aus, und das hat selten mit der Qualität der Firmen zu tun. Manche bauen etwas ganz anderes, andere sind in Deutschland schlicht nicht zu bekommen. Am Ende bleiben eine Handvoll Häuser übrig, zwischen denen du dich wirklich entscheiden musst.
Warum von zwanzig Namen eine Handvoll übrig bleibt
Ein Teil der Namen fällt weg, weil die Firmen keine Softeismaschine mit Zapfhahn bauen. Nemox aus Pontevico stellt Chargenfroster und Gelatiere her. Bravo in Montecchio Maggiore ist seit 1974 für den Trittico bekannt, also für handwerkliches Gelato und Patisserie. Catta 27 bei Bologna baut Pasteurisierungsanlagen und Härtetunnel, das ist Anlagentechnik für Eisfabriken. Alle drei sind hervorragende Adressen, nur eben nicht für das, was du an der Theke brauchst.
Ein zweiter Teil fällt weg, weil es in Deutschland keinen Vertriebsweg gibt. Electro Freeze und Stoelting sind ernstzunehmende amerikanische Softeisspezialisten mit langer Geschichte. Stoelting baute 1951 den ersten Softeisfreezer für Dairy Queen, Electro Freeze beliefert Ketten wie Dairy Queen, Carvel und Sonic. In den Sortimenten der deutschen Fachhändler tauchen beide nicht auf. Für deine Kaufentscheidung zählt aber, wer im Störungsfall mit dem Werkzeugkoffer vor der Tür steht, und an einem Samstag im Juli hilft dir eine gute Maschine ohne Techniker in erreichbarer Nähe wenig.
Übrig bleiben die Häuser, über die du in Deutschland tatsächlich stolperst: Carpigiani, Taylor, ICETRO, Gel Matic, Nissei und Spaceman, dazu Frigomat aus Guardamiglio und Telme aus Codogno. Und am unteren Ende die namenlose Importware, die kein Haus im eigentlichen Sinne ist, aber in jeder Suche auftaucht.
Carpigiani: Italien, Ali Group, ein großes Händlernetz
Carpigiani wurde 1946 von den Brüdern Bruto und Poerio Carlo Carpigiani gegründet. Der Sitz ist Anzola dell'Emilia bei Bologna, produziert wird zusätzlich in Forlì, im spanischen Gandia und im chinesischen Zhongshan. Seit 1989 gehört das Haus zur Ali Group mit Hauptsitz in Mailand, einem der weltgrößten Konzerne für Küchen- und Lebensmitteltechnik.
Die Stärke der Marke ist die Fläche. Fünf Tochterunternehmen, rund 220 Vertragshändler, Vertretungen in über 100 Ländern, über 500 Servicezentren und Maschinen in mehr als 200.000 Eisdielen, Konditoreien, Cafés und Restaurants. Dazu kommt die Gelato University, 2003 gegründet, mit über 400 Kursen pro Jahr in dreizehn Sprachen. Die richtet sich allerdings vor allem an handwerkliches Gelato; für einen Betrieb, der Softeis an der Theke ausgibt, zählt eher der Vertragshändler in erreichbarer Nähe.
Technisch deckt die Softeislinie viel ab. Die 191 ist ein einsortiges Tischgerät von fünfzig Zentimetern Breite, das über 250 Portionen zu 75 Gramm pro Stunde schafft, wahlweise schwerkraftgespeist mit 18-Liter-Tank oder mit Pumpe und 12-Liter-Tank. Die 193 Twin Twist gibt zwei Sorten plus Mix aus und liegt bei über 450 Portionen. Die Konsistenzsteuerung Hard-O-Tronic regelt die Kälteleistung über die gemessene Viskosität. Bei den selbstpasteurisierenden Modellen erlaubt die Wärmebehandlung Reinigungsintervalle von bis zu 42 Tagen.
Und dann ist da der Punkt, der beim Kauf oft untergeht und beim Verkauf plötzlich zählt: Für Carpigiani gibt es einen sehr lebendigen Gebrauchtmarkt. Der Hersteller betreibt sogar einen eigenen Refurbished-Katalog mit überholten Maschinen, Originalteilen, denselben Funktionstests wie bei Neugeräten und einem Jahr Garantie. Eine 191 Classic SP P steht dort mit 11.000 Euro. Auf Gebrauchtplattformen und bei Spezialhändlern reichen die Angebote für dieselbe Baureihe von 6.500 bis 10.860 Euro netto, je nach Aufarbeitung und Gewährleistung. Wer nach fünf oder zehn Jahren wieder verkauft, trifft hier auf einen eingespielten Markt mit Vergleichspreisen. Wie viel am Ende zurückkommt, hängt trotzdem am Zustand des einzelnen Geräts.
Die Kehrseite dieser Vielfalt ist der schwierige Vergleich. Zustand, Überholungstiefe und Garantie unterscheiden sich von Angebot zu Angebot, und du siehst es der Anzeige nicht an. Neupreise veröffentlicht der Hersteller nicht, die bekommst du über den jeweiligen Vertragshändler.
Taylor: Rockton, Illinois, gebaut für die Kette
Taylor ist der große amerikanische Gegenpol. Gegründet 1926 von Charles Taylor, seit 1949 in Rockton, Illinois. Die Eigentümerkette führt über Beatrice Foods, Specialty Equipment und United Technologies zu The Middleby Corporation, die den Kauf am 22. Juni 2018 für eine Milliarde US-Dollar abgeschlossen hat. Das ist wichtig zu wissen, weil sich hartnäckig hält, Taylor und Carpigiani seien Konzernschwestern. Sie sind es nicht: Carpigiani gehört zur Ali Group, Taylor zu Middleby.
Die Marke ist auf Systemgastronomie ausgelegt, und man sieht es den Geräten an. 1956 schloss Taylor mit Ray Kroc eine Handschlagvereinbarung über Milchshake-Maschinen, das Modell C602 lief 2021 in über 13.000 US-Filialen von McDonald's. Das Standgerät C712 arbeitet mit zwei Zylindern zu je 3,4 Quart und 40 Quart Mix in den gekühlten Trichtern und schafft über 800 Portionen pro Stunde. Nach oben ist bei Taylor also reichlich Luft. Das Unternehmen arbeitet mit über 160 Distributoren in 125 Ländern, in Deutschland laufen Import und Werkskundendienst über die EmK Vertriebs GmbH in Katlenburg-Lindau.
Die Grenzen liegen dort, wo dein Betrieb klein und dein Budget eng ist. Preise veröffentlicht Taylor nicht, auch die Fachhändler führen die Softeismodelle durchgehend auf Anfrage. Ersatzteile bindet der Hersteller an den autorisierten Vertriebsweg und weist ausdrücklich darauf hin, dass Fremdteile die Garantie erlöschen lassen können. Und der deutsche Gebrauchtmarkt ist dünn: Der Importeur schreibt selbst, eine gebrauchte Taylor sei am Markt eher selten zu finden, weil die Geräte bei ihren Besitzern lange in Betrieb bleiben. Wer gebraucht einsteigen will, findet deshalb nur selten ein Angebot.
ICETRO: Die zweite Softeismarke bei Middleby
ICETRO kennen in Deutschland wenige, im Hintergrund steht aber derselbe Konzern wie bei Taylor. Das Unternehmen entstand 1981 als SE-A Incorporated in Südkorea, begann 1997 mit Softeisgeräten und trägt seit 2010 den Namen ICETRO. Middleby übernahm es am 30. Juni 2022, damals bei rund 40 Millionen US-Dollar Jahresumsatz, mit Werk in Incheon und einem US-Betrieb in Anaheim.
Interessant ist die Positionierung. Middleby nennt die Heat-Treat-Pasteurisierung ausdrücklich als Grund für geringeren Reinigungs- und Personalaufwand, Vertrieb und Service laufen über das Händlernetz der Schwesterfirma Taylor. Die Modelle ISI-161TH, ISI-301TH, ISI-301THP und ISI-163TTH stehen dort im selbstpasteurisierenden Programm neben den Taylor-Geräten, mit derselben Werksgarantie und demselben Servicenetz. Du bekommst also eine Maschine mit dem Rückhalt einer Premiummarke, ohne die Premiummarke selbst zu kaufen.
Die Einschränkung: einen eigenen deutschen ICETRO-Händler gibt es bislang nicht. Wenn dich die Marke interessiert, ist dein erster Anruf der beim deutschen Taylor-Importeur, und die Frage lautet, wer hier Gewährleistung und Vor-Ort-Service übernimmt.
Gel Matic und die italienische Mitte
Gel Matic sitzt seit über fünfzig Jahren in Grassobbio bei Bergamo und ist der Spezialfall in dieser Runde. Das Haus konzentriert sich auf Softeis und Express-Gelato und nennt als Abnehmer ausdrücklich Eisdielen, Yogurt-Bars, Kreuzfahrtschiffe, Molkereien, Fitnessstudios, Tankstellen, Kinos, Fast Food und Bäckereien. Wenn du eine Tankstelle oder ein Kino ausstattest, findest du dich in dieser Aufzählung wieder. Das Vertriebsnetz reicht in nahezu hundert Länder, deutsche Händler führen die Marke im Softeissortiment.
Frigomat aus Guardamiglio bei Lodi ist ebenfalls seit über fünfzig Jahren aktiv, nach ISO 9001:2015 zertifiziert und betreibt mit der GPS Gelato Professional School eine eigene Schulung. Gelato-, Soft- und Konditoreitechnik kommen aus einer Hand, und das Haus gehört zu keinem Großkonzern. Telme wurde im Oktober 1987 in Codogno gegründet und baut Maschinen für Gelateria, Patisserie und Cioccolateria, im Softeisbereich meist unter der Marke Corema.
Beide Häuser sind kleiner als Carpigiani oder Taylor und haben keinen Konzern im Rücken. Das hat zwei Seiten: kurze Wege zum Hersteller, aber ein Servicenetz, das an einzelnen Partnern hängt. Wer bei einer solchen Marke kauft, sollte den Namen des zuständigen Technikers kennen, bevor er unterschreibt.
Nissei: Japan, die aufwendigste Technik im Feld
Nissei ist das bekannteste Softeisgerät, das weder aus Europa noch aus den USA kommt. Das Familienunternehmen begann 1947 in Japan mit Zutaten für Speiseeis und baut seit 1967 auch die Maschinen dazu. Der europäische Vertrieb samt Service-Center sitzt in Bunschoten in den Niederlanden.
Technisch ist das die aufwendigste Bauweise in dieser Runde. Die Geräte arbeiten mit einem ausgefeilten Pumpensystem und erreichen damit einen hohen Luftaufschlag, also viel Volumen aus derselben Menge Mix. Die Verarbeitung gilt als ausgesprochen hochwertig, die Maschinen als leistungsstark und zuverlässig.
Zwei Dinge gehören zur selben Geschichte. Das Pumpensystem hat viele Dichtstellen, und die Reinigung ist entsprechend aufwendig. Das ist kein Mangel, sondern die Kehrseite des Luftaufschlags, aber es kostet Personalzeit, und zwar bei jeder Zerlegung. Und beim Preis liegt Nissei am oberen Ende dieses Feldes, noch über Carpigiani. Wer die Bauqualität will und den Aufwand einplanen kann, bekommt eine sehr gute Maschine. Wer rechnen muss, landet meist woanders.
Die namenlose Billigware
Neben Nissei und Spaceman gibt es eine dritte Gruppe asiatischer Geräte, die über Marktplätze und Direktimporte hereinkommt, oft unter wechselnden Markennamen. Der Preis ist unschlagbar, und das ist zugleich das einzige Argument.
Was fehlt, merkst du erst im Betrieb: verlässliche Geräte- und Hygienestandards, ein Händler- und Servicenetz in Deutschland und Ersatzteile, die kurzfristig zu bekommen sind. Reine Importware hat keinen, der im Störungsfall zuständig ist. Geht im Juli eine Dichtung, wartest du auf eine Sendung aus China, und so lange steht die Theke still. Ein Gerät für 1.500 Euro, das drei Wochen Hauptsaison kostet, ist teurer als eines für 6.000 Euro, das durchläuft.
Das heißt nicht, dass jedes günstige Gerät aus Asien schlecht ist – Nissei und Spaceman kommen schließlich aus derselben Region. Es heißt, dass der Herstellername und ein erreichbarer Ansprechpartner zum Gerät gehören. Findest du beides nicht, ist der Preis kein Angebot, sondern ein Risiko.
Spaceman: Offene Preise, offene Teile, gebaut für Dauerbetrieb
Spaceman baut seit den Neunzigerjahren Gefriertechnik. Gefertigt wird in Daixi bei Huzhou in der Provinz Zhejiang auf 26.670 Quadratmetern, der Hauptsitz liegt in Shanghai, die amerikanische Gesellschaft in Loveland, Colorado.
Spaceman ist offizieller Lieferant von McDonald's und KFC in China, bei beiden Ketten mit über 1.000 Maschinen im Einsatz. Wer dort gelistet wird, hat die Hygiene- und Qualitätsprüfungen dieser Ketten bestanden und muss Ersatzteile über Jahre vorhalten.
Ein Punkt, der in dieser Runde sonst niemandem gelingt: Die Preise stehen offen im Netz. Ein einsortiges Tischgerät liegt bei 5.999 Euro netto, dasselbe Gerät mit automatischer Pasteurisierung bei 8.999 Euro. Carpigiani und Taylor veröffentlichen keine Preise, dort führt der Weg über den Vertragshändler. Wer zwei Angebote vergleichen oder schlicht kalkulieren will, merkt den Unterschied sofort.
Das Programm ist breit und in Baureihen gestaffelt, vom Tischgerät bis zum Standgerät mit hohem Durchsatz, jeweils schwerkraftgespeist oder mit Luftpumpe. Die Modelle, die wir bei Cooltura führen, haben durchgehend eine Pumpe. Der Luftaufschlag kommt also über Druck und nicht über die Schwerkraft, und du kannst ihn einstellen: mehr Volumen aus derselben Menge Mix oder dichteres Eis mit kräftigerem Geschmack, je nachdem, was dein Konzept braucht. Die Modelle mit automatischer Pasteurisierung strecken die vollständige Zerlegungsreinigung auf einen Zyklus von 21 Tagen. Ersatzteile bekommst du im freien Handel, und der Hersteller veröffentlicht Handbücher und eine Fehlerdatenbank, was Eigenwartung und Fremdservice erleichtert.
Die Grenzen gehören genauso dazu. Service und Gewährleistung hängen am Händler, nicht an einem Werksnetz wie bei Carpigiani. Bei uns sind das 24 Monate Ersatzteilgarantie statt der einjährigen Werksgarantie, Teile ab Lager und zertifizierte Servicepartner. Und der laufende Aufwand gehört eingeplant: Abstreiferklingen mindestens alle drei Monate, Wellendichtungen und O-Ringe alle ein bis drei Monate. Das gilt für jede Pumpenmaschine mit vielen Dichtstellen, unabhängig von der Marke, ist im Kaufpreis aber bei keiner sichtbar.
Damit sitzt Spaceman zwischen den beiden Polen dieses Feldes. Von den europäischen Häusern kommt der Anspruch, für Dauerbetrieb zu bauen, und ein Händler in erreichbarer Nähe, der Gewährleistung und Service schuldet – das ist genau das, was der namenlosen Importware fehlt. Von der asiatischen Fertigung kommt ein Preisniveau, das deutlich unter dem italienischen liegt. Diese Kombination ist der Grund, aus dem wir die Marke führen, und zugleich der Punkt, an dem du am genauesten hinsehen solltest: Ein Händler, der Service verspricht, muss ihn auch schriftlich zusagen.
Die Hersteller nebeneinander
| Marke | Sitz | Konzern | Wofür die Geräte gebaut sind |
|---|---|---|---|
| Carpigiani | Anzola dell'Emilia, Italien | Ali Group, seit 1989 | Eisdielen, Konditoreien, Cafés, Restaurants; Gelato und Softeis |
| Taylor | Rockton, Illinois, USA | Middleby, seit 2018 | Systemgastronomie; Softeis, Shakes, Frozen Beverage |
| ICETRO | Incheon, Südkorea | Middleby, seit 2022 | Softeis, Eisbereiter, Slush; Vertrieb über das Taylor-Netz |
| Gel Matic | Grassobbio, Italien | eigenständig | Softeis und Express-Gelato; Eisdiele bis Tankstelle und Kino |
| Frigomat | Guardamiglio, Italien | eigenständig | Gelato, Softeis, Konditorei |
| Telme | Codogno, Italien | eigenständig | Gelateria, Patisserie, Softeis unter der Marke Corema |
| Nissei | Japan, Europavertrieb in Bunschoten (NL) | eigenständig | Softeis mit hohem Luftaufschlag; Premiumsegment mit aufwendiger Pumpentechnik |
| Spaceman | Huzhou und Shanghai, China | eigenständig | Softeis, Frozen Yogurt, Milchshake, Frozen Beverage; Preise offen, Teile im freien Handel |
Welcher Betrieb zu welcher Marke passt
Die Eisdiele, die neben Softeis auch eigenes handwerkliches Eis herstellt, ist bei Carpigiani gut aufgehoben, und der Grund liegt weniger im Softeis selbst. Du bekommst Batch Freezer, Pasteurisierer und Softeisgeräte aus einem Haus, bündelst den Service über einen Vertragshändler und kannst deine Leute schulen lassen. Wenn du in zehn Jahren verkaufst, findest du für diese Baureihen einen eingespielten Gebrauchtmarkt vor. Frigomat ist im selben Feld die direktere Alternative, wenn dir kurze Wege zum Hersteller wichtiger sind als Konzerngröße. Wer die höchste Bauqualität sucht und den Reinigungsaufwand eines aufwendigen Pumpensystems einplanen kann, schaut sich Nissei an – mit dem Wissen, dass die Rechnung dort am oberen Ende beginnt.
Die Bäckerei mit Softeis als Nebengeschäft braucht in aller Regel ein einsortiges Tischgerät mit Pumpe, und das ist der Fall, in dem Spaceman am deutlichsten vorn liegt. Eine Sorte, ein normaler 230-Volt-Anschluss, wenig Stellfläche und morgens kein zweiter Handgriff. Ein Tischgerät für 5.999 Euro netto verändert die Rechnung, wenn Softeis bei dir vier Monate im Jahr läuft, und der Preis steht offen im Shop statt hinter einem Angebotsprozess. Frisst dir die Zerlegungsreinigung alle 72 Stunden zu viel Personalzeit, nimmst du das pasteurisierende Modell und rechnest die Differenz gegen die Arbeitsstunden. Bei unserer Reihe sind das 3.000 Euro Aufpreis, was bei fünfzehn Euro Stundenlohn rund zweihundert Arbeitsstunden entspricht.
Die Tankstelle und der Kiosk sind der klassische Gel-Matic-Fall, weil der Hersteller diese Abnehmer selbst als Zielgruppe führt. Genauso gut funktioniert dort ein einsortiges Tischgerät von Spaceman. Entscheidend ist bei beiden die Frage, wer in achtzig Kilometern Umkreis den Techniker stellt. Diese Frage gehört vor die Preisverhandlung, und du solltest dir den Namen des Betriebs geben lassen.
Der Strandkiosk und der Saisonbetrieb haben ein anderes Problem: vier Monate Vollgas und acht Monate Stillstand. Dort ist ein robustes Gerät mit überschaubarem Kaufpreis sinnvoller als eine Hochleistungsmaschine, vor allem wenn du die Verschleißteile selbst wechseln kannst. Bei einer Saison von hundert Tagen amortisiert sich teure Technik schwer, und die Stillstandszeit ist für jede Maschine die härtere Belastung als der Betrieb.
Die Systemgastronomie und jede Kette mit mehreren Standorten ist das Feld von Taylor und ICETRO. Dort zählen gleiche Geräte an allen Standorten, ein Servicevertrag über die Fläche und Bedienbarkeit für wechselndes Personal. Wer gleichzeitig Shakes und Frozen Beverage ausgeben will, findet bei Taylor Kombigeräte, die eine zweite Maschine sparen.
Spaceman gehört in dieselbe Aufzählung, denn genau dort kommt die Marke her: über 1.000 Maschinen bei McDonald's und noch einmal so viele bei KFC in China, beides Dauerbetrieb mit wechselndem Personal. Für eine Kette in Deutschland ist der Unterschied weniger die Maschine als die Frage, wer die Fläche betreut. Ein Servicevertrag über viele Standorte ist die Stärke der amerikanischen Häuser; wer dagegen an jedem Standort ohnehin einen Kältetechniker hat, fährt mit offenen Ersatzteilen und öffentlichen Handbüchern schneller.
Der Quereinsteiger, der ein Konzept erst testet, fährt mit der günstigsten Maschine am besten, die den erwarteten Durchsatz sicher schafft. In dieser Rolle ist Spaceman schwer zu schlagen: Ein Einstiegsgerät kostet rund die Hälfte eines vergleichbaren europäischen Neugeräts, und weil die Teile im freien Handel liegen, bindest du dich an niemanden. Das gesparte Geld steckst du in Mix und Personal. Läuft das Geschäft, kannst du in zwei Jahren immer noch aufrüsten.
Die Frage, die vor die Unterschrift gehört
Jede der genannten Firmen baut Maschinen, mit denen du gutes Softeis verkaufst. Unterschiede gibt es beim Preis, beim Reinigungsaufwand und bei der Frage, wer kommt, wenn im Juli bei dreißig Grad der Kompressor steht.
Die wichtigste Frage vor jeder Unterschrift gilt deshalb dem Techniker: Wie heißt der Betrieb, wie weit ist er entfernt, und wie schnell ist er da. Lass dir den Namen geben, nicht nur die Zusage. Und wenn du unsicher bist, was zu dir passt, schreib uns deinen erwarteten Tagesabsatz, deinen Anschluss und den Platz an deiner Theke. Auf dieser Grundlage lässt sich eine Empfehlung aussprechen.
Alle Preise verstehen sich netto und geben den Stand vom 27. August 2026 wieder.

Über den Autor
Florian Werner
Kühler Kopf mit großer Leidenschaft fürs Eis
Geschäftsführer von Cooltura und leidenschaftlicher Blogger vom Kopf bis zur Waffelspitze.
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