Cooltura
Branche23. September 20269 Min.

Was eine Softeismaschine über fünf Jahre wirklich kostet

Kaufpreis, Strom, Verschleiß und Reinigungszeit über fünf Jahre durchgerechnet. Mit dem Ergebnis, dass die teurere Maschine am Ende die günstigere sein kann.

Florian Werner

Florian Werner

Kühler Kopf mit großer Leidenschaft fürs Eis

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Was eine Softeismaschine über fünf Jahre wirklich kostet

Auf jedem Angebot steht eine große Zahl ganz oben, und über die wird verhandelt. Über fünf Jahre gerechnet ist sie oft der kleinere Teil der Rechnung. Strom läuft jeden Tag mit, Verschleißteile gehen regelmäßig kaputt, und die Reinigung kostet Arbeitszeit, die nie auf einer Rechnung auftaucht und trotzdem bezahlt werden muss.

Hier steht, woraus sich diese fünf Jahre zusammensetzen, mit einer vollständigen Rechnung am Ende. Die Zahlen darin sind Annahmen, die du durch deine eigenen ersetzen solltest. Der Aufbau bleibt derselbe.

Der Kaufpreis und was ihn treibt

Bei Cooltura reicht die Spanne vom Tischgerät mit einer Sorte bei 5.999 Euro netto bis zum Standgerät für den Dauerbetrieb an der Theke bei 21.490 Euro netto. Drei Dinge bewegen den Preis: die Anzahl der Sorten, der Stromanschluss und die automatische Pasteurisierung.

Ein einsortiges Tischgerät läuft an einer normalen 230-Volt-Steckdose und braucht wenig Stellfläche. Zwei Sorten plus Mix bedeuten einen zweiten Zylinder, mehr Kälteleistung und je nach Modell einen Starkstromanschluss. Wer sich zwischen den Modellen nicht sicher ist, rechnet vom erwarteten Tagesabsatz rückwärts und nicht vom Budget vorwärts. Eine zu große Maschine kostet fünf Jahre lang für Leistung, die nie abgerufen wird. Eine zu kleine bremst dich im Juli aus, und der Juli ist der Monat, in dem du das Geld verdienst.

Der größte einzelne Preistreiber ist die Pasteurisierung. Das 6210 A-C liegt bei 5.999 Euro netto, das baugleich große 6210 AB-C mit automatischer Pasteurisierung bei 8.999 Euro. Diese 3.000 Euro sind der interessanteste Posten in der ganzen Rechnung, weil sie sich in Arbeitszeit zurückzahlen. Dazu unten mehr.

Strom: Der Anschlusswert sagt dir wenig

Auf jedem Datenblatt steht eine Anschlussleistung in Kilowatt. Was du bezahlst, ist der Verbrauch, und der hängt an Dingen, die kein Prospekt kennt: wie warm der Raum ist, wie oft die Tür aufgeht, wie viele Portionen pro Stunde gezogen werden. Vor allem hängt er daran, dass die Kühlung des Vorratsbehälters auch nachts läuft. Ein Gerät, das den Mix rund um die Uhr unter 4 Grad hält, verbraucht rund um die Uhr Energie, auch wenn zwölf Stunden lang niemand eine Portion zieht.

Für die Rechnung unten sind acht Kilowattstunden pro Betriebstag angesetzt und dreißig Cent netto je Kilowattstunde. Das ergibt 2,40 Euro am Tag, bei 300 Betriebstagen 720 Euro im Jahr und 3.600 Euro über fünf Jahre. Bei einem großen Standgerät im Dauerbetrieb liegt der Wert höher, bei einem Kiosk mit dreißig Öffnungstagen deutlich darunter.

Zwei Dinge senken diese Zahl, und beide hast du selbst in der Hand. Rund um die Maschine gehören mindestens fünfzehn Zentimeter Freiraum, damit der Verflüssiger Luft bekommt. Und die jährliche Verflüssigerreinigung ist bei Spaceman Voraussetzung für die Kompressorgarantie, dokumentiert vom Käufer. Ein zugesetzter Verflüssiger kostet dich Kälteleistung und Strom, lange bevor er den Kompressor kostet.

Verschleißteile: Die Intervalle stehen fest

Eine Pumpenmaschine hat viele Dichtstellen, und die sind Verbrauchsmaterial. Diese Intervalle gehören in jede Kalkulation:

  • Abstreiferklingen mindestens alle drei Monate tauschen
  • Antriebswellendichtungen und O-Ringe des Zapfventils alle ein bis drei Monate
  • bei jeder Zerlegungsreinigung frisches lebensmittelechtes Fett auf den beweglichen Teilen
  • zwei bis drei Sekunden Pause zwischen den Portionen, damit der Zylinder nachkommt

In der Rechnung stehen dafür 350 Euro im Jahr. Für einen Betrieb mit hohem Durchsatz ist das eher knapp. Der Vorteil dieser Posten: Sie sind planbar, und du kannst sie im Shop nachbestellen, statt auf einen Techniker zu warten. Wer die Teile selbst wechselt, spart die Anfahrt.

Reinigung: Der Posten, den fast niemand einrechnet

Hier liegt der größte versteckte Kostenblock, und er taucht auf keiner Rechnung auf, weil er in Arbeitsstunden anfällt statt in Euro.

Ein Gerät ohne Pasteurisierung wird mindestens alle 72 Stunden - also alle drei Tage - zerlegt, gereinigt, desinfiziert und wieder zusammengesetzt. Rechne ca. 1 Stunde dafür und einen Stundensatz von zwanzig Euro inklusive Nebenkosten. Bei 300 Betriebstagen sind das 100 Stunden im Jahr und rund 2.000 Euro. Über fünf Jahre also 10.000 Euro. Sparen sollte man an der investierten Zeit für die Reinigung übrigens nicht, denn nur bei korrekter und vollständiger Reinigung ist die hygienische Sicherheit gewährleistet.

Mit automatischer Pasteurisierung erhitzt das Gerät den Mix im Zylinder nach einem festen Programm und streckt den Abstand zwischen zwei vollständigen Zerlegungen. Spaceman gibt für die pasteurisierenden Modelle 21 Tage als längsten Abstand vor, sofern die Pasteurisierung täglich läuft. Das ist eine Herstellervorgabe und keine gesetzliche Grenze – andere Hersteller nennen andere Zahlen, und was du tatsächlich fährst, legt am Ende dein eigenes Hygienekonzept fest. Damit bleiben nur 16 Vollreinigungen im Jahr, zusammen also 16 Stunden. Damit landest du bei etwa 320 Euro im Jahr.

Die Ersparnis liegt damit bei rund 1.680 Euro pro Jahr. Der Aufpreis von 3.000 Euro ist in einem Betrieb mit täglichem Ausschank nach weniger als zwei Jahren wieder drin, danach arbeitet die Funktion für dich.

Fast noch wichtiger aber: Die hygienische Sicherheit, dass der Mix regelmäßig pasteurisiert, also die Bakterien fast vollständig abgetötet werden, bekommst Du mit dazu - und bist weniger davon abhängig, ausreichend kompetentes und zuverlässiges Personal zu finden, bei dem du dich darauf verlassen kannst dass es die Reinigung regelmäßig, vollständig und ordnungsgemäß durchführt.

In einem Kiosk, der nur an dreißig Sommertagen öffnet, sieht das anders aus: Dort fallen ohnehin nur weniger Reinigungen an, und die 3.000 Euro rechnen sich über die Laufzeit nicht.

Der Pasteurisierungslauf selbst braucht ebenfalls Strom. Wie viel, hängt vom Gerät und vom Zyklus ab. Gegenüber der eingesparten Arbeitszeit fällt der Posten klein aus, deshalb ist er unten nicht gesondert ausgewiesen.

Wartung, Service und Kältemittel

Ein externer Serviceeinsatz im Jahr ist realistisch, sei es die jährliche Durchsicht oder eine Störung, die du nicht selbst behebst. In der Rechnung stehen dafür 250 Euro. Dazu kommt die Frage, wer diesen Einsatz schuldet und wie schnell er da ist, und die gehört vor den Kauf und nicht in den Störungsfall.

Beim Kältemittel lohnt ein Blick ins Angebot. Ab einer bestimmten Füllmenge in CO2-Äquivalent schreibt der Gesetzgeber eine jährliche Dichtheitsprüfung vor. R-404A darf in Europa für neue gewerbliche Kälteanwendungen nicht mehr eingesetzt werden, in Bestandsgeräten findest du es weiterhin. Eine Füllung von 1,7 Kilogramm entspricht etwa 6,67 Tonnen CO2-Äquivalent und fällt unter diese Pflicht. Frag deshalb vor dem Kauf nach Kältemittel und Füllmenge, dann weißt du, ob dieser Posten bei dir jedes Jahr anfällt.

Die Fünfjahresrechnung

Die folgende Tabelle stellt dieselbe Maschinengröße einmal ohne und einmal mit automatischer Pasteurisierung gegenüber. Fest stehen die beiden Kaufpreise, alles andere sind die oben genannten Annahmen: 300 Betriebstage, acht Kilowattstunden am Tag zu dreißig Cent, 350 Euro Verschleißteile und ein Serviceeinsatz für 250 Euro im Jahr, Reinigungszeit zu zwanzig Euro die Stunde.

Position über 5 Jahre6210 A-C ohne Pasteurisierung6210 AB-C mit Pasteurisierung
Kaufpreis netto5.999 EUR8.999 EUR
Strom3.600 EUR3.600 EUR
Verschleißteile1.750 EUR1.750 EUR
Externer Service1.250 EUR1.250 EUR
Reinigung als Arbeitszeit10.000 EUR1.600 EUR
Summe über 5 Jahre22.599 EUR17.199 EUR

Die teurere Maschine ist über fünf Jahre über 5.000 Euro günstiger. Der Unterschied steckt fast vollständig in der Zeile Reinigung, und die steht auf keinem Angebot.

Zwei Einschränkungen dazu. Erstens gilt die Rechnung für einen Betrieb mit täglichem Angebot. Wer an dreißig Tagen im Jahr öffnet, dreht das Ergebnis um. Zweitens ist Arbeitszeit nur dann bares Geld, wenn du sie tatsächlich bezahlst oder anderweitig nutzen könntest. Wer die Maschine abends selbst zerlegt und ohnehin im Laden ist, spart damit keine Lohnkosten. Ob die eigene Zeit in deiner Rechnung auftaucht, entscheidest du.

Was der Restwert dazu beiträgt

Nach fünf Jahren hat die Maschine noch einen Wert, aber du solltest ihn nicht fest einplanen. Die meisten Geräte laufen, bis sie wirtschaftlich nicht mehr zu halten sind, und werden dann verschrottet oder in Zahlung gegeben. Und selbst wenn du verkaufst, bekommst du weniger als den Preis, den ein Händler für ein aufgearbeitetes Gerät aufruft, weil Überholung, Garantie und Lagerrisiko bei ihm bleiben.

Wenn ein Wiederverkauf für dich absehbar ist, etwa weil du einen Standort auf Zeit betreibst, dann schau dir den Gebrauchtmarkt für dein Wunschmodell an, bevor du kaufst. Ein Blick auf die einschlägigen Plattformen sagt dir in zehn Minuten, ob es für die Baureihe überhaupt Nachfrage gibt.

Die andere Seite der Rechnung

Bis hierhin ging es nur um Kosten. Eine Softeismaschine steht aber nicht in der Ecke, um Geld zu verbrauchen, sondern um welches zu verdienen, und diese Seite lässt sich genauso durchrechnen. Dafür gibt es den Umsatzrechner, der über dieselben sechzig Monate läuft wie die Tabelle oben.

Ein Beispiel mit den Vorgabewerten des Rechners: sechzehn Portionen am Tag, 24 Öffnungstage im Monat, 3,50 Euro Verkaufspreis, dreißig Cent Wareneinsatz je Portion und 120 Euro laufende Kosten im Monat. Das ergibt abzüglich 7% Steuer einen Nettoumsatz von 1.256 Euro im Monat und rund 1.021 Euro Rohertrag nach Ware und Fixkosten. Die 5.999 Euro für das Einstiegsgerät sind damit nach etwa sechs Monaten wieder eingespielt.

Die 120 Euro Fixkosten des Rechners decken sich gut mit der Kostenseite oben: 720 Euro Strom, 350 Euro Teile und 250 Euro Service ergeben zusammen 1.320 Euro im Jahr, also 110 Euro im Monat. Was der Rechner nicht enthält, ist die Reinigungszeit. Wenn du beide Seiten zusammenlegen willst, zieh sie von der Marge ab.

Der Rechner hat zwei Modi. Der einfache fragt vier Werte ab und zeigt dir in einer halben Minute Tagesumsatz, Marge und Amortisationszeit. Der Expertenmodus rechnet mit getrennten Sommer- und Winterwerten, was für Saisonbetriebe der ehrlichere Weg ist: sechzehn Portionen im Juli und sechs im Januar ergeben ein völlig anderes Bild als ein Jahresdurchschnitt.

Wie du das für deinen Betrieb rechnest

Fang beim Durchsatz an. Wie viele Portionen gehen an einem normalen Sommertag über die Theke, und an wie vielen Tagen im Jahr hast du geöffnet? Aus diesen beiden Zahlen ergibt sich alles Weitere: die Größenklasse der Maschine, ob sich die Pasteurisierung lohnt und wie schnell sich die Anschaffung trägt.

Setz danach deinen Stundensatz an, ehrlich gerechnet mit Nebenkosten. Er entscheidet über den größten Posten in der Tabelle oben. Und lass dir vor der Unterschrift vier Dinge schriftlich geben: das Kältemittel samt Füllmenge, den Umfang der Gewährleistung auf Teile und auf Arbeitszeit, die Reaktionszeit im Störungsfall samt Namen des Servicebetriebs, und die Preise der Verschleißteile für ein Betriebsjahr. Diese vier Angaben bekommst du mit einem Telefonat, und sie bewegen über fünf Jahre oft mehr Geld als der Rabatt auf den Kaufpreis.

Alle Preise verstehen sich netto und geben den Stand vom 28. August 2026 wieder. Die Fünfjahresrechnung ist ein Beispiel mit angenommenen Werten und ersetzt keine Kalkulation für deinen Betrieb.

Florian Werner

Über den Autor

Florian Werner

Kühler Kopf mit großer Leidenschaft fürs Eis

Geschäftsführer von Cooltura und leidenschaftlicher Blogger vom Kopf bis zur Waffelspitze.

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